Kita-Stadtelternrat-Rostock

Noch immer zu wenig Erzieher in den Kitas

Was wir schon immer angemahnt haben, legt jetzt auch wieder eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung offen: In Mecklenburg-Vorpommern werden unsere Kita-Kinder von zu wenigen Erziehern betreut. Laut dem "Ländermonitor Frühkindliche Bildungsysteme" kommt eine Fachkraft auf sechs Kinder unter drei Jahren. Zum Vergleich: Der bundesweite Durchschnitt beträgt 1:4,2 Krippenkindern. Ebenfalls weit entfernt von den gängigen Empfehlungen, die bei 1:8,8 Kindern liegen, sieht es in unserem Bundesland bei den Kita-Kindern aus. Hier ist eine Erzieherin/ein Erzieher rein rechnerisch für 12,9 Knirpse zuständig.

Zur Veranschaulichung dient die Übersicht der Bertelsmann-Stiftung.

Ergebnisse der Studie gibt es hier

Wir laden zur Videokonferenz ein!

Die Kindergärten sind nach der Sommerpause unter besonderen Bedingungen gestartet. Corona hat uns alle nach wie vor fest im Griff. Wie ist der Start bei Euch gelaufen? Teil Eure Erfahrungen mit uns.

2020 09 01%20MV%20Videokonferenz

Lesung zum Thema Sexualpädagogik im Kita-Alltag

Am 7. August 2020 lädt der Kita-Stadtelternrat Rostock mit Unterstützung des Bündnisses für Bildung zu einer Lesung mit der Präventionstrainerin und Kinderbuchautorin Josefine Barbaric ein.

Das Thema der Lesung mit anschließenden Diskussion lautet: Nur starke Kinder sind geschützte Kinder! Warum Sexualpädagogik im Kita-Alter wichtig ist.

Datum: 7. August 2020, ab 18 Uhr (17 Uhr Einlass)

Ort: Aula der Volkshochschule Rostock, Am Kabutzenhof 20A

Anmeldung: Per E-Mail an kitastadtelternratrostock@posteo.de

Prävention ist eine Frage der inneren Haltung! Sie beginnt bei der Vorstellung, die wir von uns und anderen haben. Sie ist mehr als technische oder organisationale Vorkehrungen. Wer Kinder schützen will, muss vieles tun. Ganz besonders gehört dazu: Kinder von Anfang an zu stärken, ihnen ein positives Körpergefühl zu vermitteln und das Selbstbewusstsein für ein klares Nein, wenn Grenzen erreicht sind. Welchen Beitrag sexualpädagogische Arbeit bereits im Kita-Alter leisten kann und wie die Vermittlung mit kindgerechten Inhalten gelingt, zeigt Josefine Barbaric mit ihren Kinderbüchern und einem reichen Erfahrungsschatz aus ihrer Tätigkeit als Präventionstrainerin. In einer Mischung aus Lesung und Diskussion ist Raum für Neues und für Ihre Fragen. Unterstützt wird die Veranstaltung durch lokale Fachkräfte, die Einblick in regionale Hilfs- und Präventionsnetzwerke bieten können.

Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte, Eltern und alle Interessierten.

Auf Grund der aktuellen Situation ist die Anzahl der Teilnehmenden auf 30 begrenzt, rechtzeitiges Anmelden ist daher von Vorteil.

www.neinlassdas.com

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Während der Veranstaltung gelten die aktuellen Abstands- und Hygieneregeln. Eine Bewirtung ist nicht vorgesehen.

Lesung%20Josefine%20Barbaric

Umfrageergebnisse: Eltern sorgen sich um Betreuung während der Sommerferien

Eltern geben in einer aktuellen Umfrage des KSER Auskunft über ihre Erfahrungen und Probleme bei der weiter eingeschränkten Betreuung ihrer Kinder bei Tageseltern, in Krippen, Kindergärten und Horten

1. Anhaltende Probleme und breite Beteiligung der Eltern an der Umfrage des KSER

Das Land M-V hat Ende Mai Regelungen zur Ermöglichung eines sog. eingeschränkten Regelbetriebs bei Tageseltern, in Krippen, Kindergärten und Horten getroffen, nach denen eine Betreuung von bis zu 6 Stunden täglich (im eingeschränkten Regelbetrieb) sowie im Bedarfsfall darüber hinaus (Fortsetzung der Notfallbetreuung) umgesetzt werden soll.1 Im Fokus dieser Maßnahmen steht das Bemühen, den Zugang zu Betreuungs- und Bildungseinrichtungen trotz bestehender Auflagen im Kontext der anhaltenden Pandemie-Lage zu verbessern, um dabei den Rechten und Bedürfnissen der Kinder besser Rechnung zu tragen und die Sorgeberechtigten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf dringend benötigte Entlastungen zu verschaffen. Dennoch erreichen den KSER anhaltend Stellungnahmen über eine Vielzahl von Problemen und Herausforderungen bei der Umsetzung der seither geltenden Regelungen. Vor diesem Hintergrund hat sich der KSER mit einer (nicht repräsentativen, anonymen) Umfrage einen Überblick über die wichtigsten Anliegen und Probleme der Sorgeberechtigten verschafft.2 Dabei wurde deutlich, dass die Eltern in der großen Mehrzahl weiter erhebliche Probleme haben, ihren beruflichen Verpflichtungen im vorgesehen Maß nachzukommen, einige schildern Existenzängste sowie den drohenden oder bereits erlittenen Verlust der Arbeit aufgrund der unzureichenden Betreuungszeiten. Immer noch werden Eltern mit Betreuungswunsch abgewiesen, oder erhalten auch mit nachgewiesenem Anspruch keine Betreuungsangebote im Rahmen der Notfallbetreuung. Viele Eltern machen deutlich, dass sie im Spannungsfeld zwischen den Einschränkungen in den Einrichtungen, den Bedürfnissen ihrer Kinder und den dienstlichen Verpflichtungen erheblich unter Druck stehen.

2 Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

2.1 Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nicht gewährleistet

Von 540 Teilnehmenden gaben 476 (ca. 88%) an, normalerweise einen Anspruch auf einen Ganztagsplatz zu haben, d.h. das Gros der Teilnehmenden verfolgt eine berufliche oder vergleichbare Tätigkeit von mind. 20 Wochenstunden.3 337 von 540 Befragten (ca. 62%) gaben dabei an, dass die Betreuungszeit während der jetzt geltenden eingeschränkten Regelbetreuung grundsätzlich nicht ausreicht. 323 Befragte (ca. 60%) gaben an, dass die jeweils zur Verfügung stehenden Betreuungszeiten nicht zu den eigenen Dienstzeiten passen. Und auch die Angaben zur gegenwärtig gewährten Betreuungszeit bestätigen diesen Eindruck, denn deutlich weniger als die Hälfte der in Betreuung befindlichen Kinder der Befragten (rund 46%) erhalten seit dem 25.05.2020 mehr als 6 Stunden Betreuungszeit . Selbst eine Teilzeitstelle lässt sich mit 6 oder weniger Stunden Betreuungszeit nur schwer realisieren.

2.2 Umsetzung der Notfallbetreuung zunehmend mangelhaft

Die Gewährung von Notbetreuung wird aufgrund der Möglichkeit, auch Betreuungszeiten über den eingeschränkten Regelbetrieb hinaus zu erhalten, insgesamt positiver eingeschätzt. Hier geben rund 33% der Befragten an, Dienst- und Betreuungszeiten gut vereinbaren zu können. Knapp 50% der Befragten gaben an, keinen Anspruch auf Notbetreuung für ihre Kinder zu haben. Problematisch ist allerdings, dass die Angebote zur Notbetreuung seit der Einführung des eingeschränkten Regelbetriebs nicht in allen Einrichtungen aufrecht erhalten werden, obwohl die Landesvorgaben dies ausdrücklich anders regeln.4 Immerhin 30 Befragte berichten im freien Antwortteil des Fragebogens, dass zuvor gewährte Notbetreuung nach Einführung des eingeschränkten Regelbetriebs eingeschränkt oder gänzlich abgeschafft wurde, mit negativen Auswirkungen für die davon betroffenen Eltern auf sog. systemrelevanten Tätigkeitsfeldern.

2.3 Frauen, Alleinerziehende, Familien mit Babys und Kleinkindern werden besonders benachteiligt

Neben der Schilderung von Existenzängsten und Sorgen um den bereits erlittenen oder möglichen Job-Verlust schildern Eltern immer wieder die besondere Belastungssituation von Müttern, die vielfach die fehlenden Betreuungszeiten ausgleichen und dabei in erheblichem Ausmaß Einbußen bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit erleiden. Unter Druck stehen auch Alleinerziehende, wenn das Betreuungsangebot nicht ausreicht, um der beruflichen Tätigkeit im vorgesehenen Umfang nachgehen zu können. Auch Schwangere und Mütter, die sich im Mutterschutz mit Neugeborenen befinden, berichten von Benachteiligungen bei der Gewährung von Betreuungszeit für ihre älteren Kinder.

2.4 Einschränkungen durch Ausfall pädagogischen Personals

Regelmäßig berichten Eltern von dem Problem, dass Gruppen geschlossen werden (können), oder Betreuungszeiten reduziert werden (können), wenn die den Gruppen zugewiesenen Pädagoginnen ausfallen. Die Möglichkeiten zur gruppenübergreifenden Vertretung oder zum Zusammenlegen sind gegenwärtig stark eingeschränkt bzw. untersagt. Fallen Pädagoginnen aus, ist die Kontinuität der Betreuung gefährdet. Auch von Einrichtungsleitungen erhalten wir Signale, dass große Sorgen bestehen, wie die Betreuungsangebote bei Ausfall von Kolleginnen aufrecht erhalten werden können. Die Vorgaben des Landes sehen einen gewissen Spielraum zur Bildung von Gruppen und zur Zuordnung von Bezugspädagoginnen vor, um die Aufrechterhaltung des Betreuungsangebotes auch unter den Bedingungen der Trennung von Gruppen zu gewährleisten.5 Wir hoffen, dass die Einrichtungen prüfen, ob sie diese Spielräume nutzen können, um Gruppengrenzen so neu zu definieren, dass belastbare Vertretungsstrukturen bei gleichzeitiger Wahrung der Vorgaben zum Gesundheitsschutz (Gruppentrennung) gefunden werden.

2.5 Betreuung während der Sommerferien nicht genügend abgesichert

Ein besonderes Problem stellt die Frage der Betreuung während der Sommerferien dar. In einigen Einrichtungen gelten feste Sommerschließzeiten, andere Einrichtungen reduzieren ihr Betreuungsangebot während der Ferienzeit. Durch die aktuellen Vorgaben zur Einschränkung gruppenübergreifender Vertretungen kommt hinzu, dass in einigen Gruppen durch Urlaub der Bezugspädagog*innen außerhalb von Schließzeiten noch deutlich längere Lücken im Betreuungsangebot entstehen. Dem steht die regelmäßige Schilderung der Befragten in unserer Umfrage gegenüber, dass eigene Urlaubsansprüche durch die wochenlangen Schließungen der Einrichtungen bereits erheblich verbraucht werden mussten, oder erhebliche Minusstunden angesammelt wurden und daher die Möglichkeiten für längere Urlaubszeiten im Sommer beschränkt sind. Angesichts der erwartbaren Betreuungslücken müssen viele Familien erneut improvisieren, Hilfe im privaten Umfeld rekrutieren bzw. stehen vor dem Problem eines nicht ausreichend abgedeckten Betreuungsbedarfs. Hier müssen unbedingt die in den Regelungen des Landes vorgesehenen Möglichkeiten zur Bildung von ‘Sommergruppen’ ausgeschöpft werden.6 Außerdem halten wir es für dringend erforderlich, dass die Einrichtungen den tatsächlichen Bedarf zur Betreuung während der Sommerferien zeitnah neu erheben, um auf die veränderte Situation in den Familien entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen zwischen Eltern und Einrichtungen eingehen zu können.

2.6 Die Kinder leiden unter der Ausnahmesituation

Ein wiederkehrendes Thema ist außerdem die Sorge der Eltern, dass die Fähigkeit der Kinder, die vielfältigen Herausforderungen dieser Tage zu kompensieren, mit jeder weiteren Woche sinkt. Insbesondere die Trennung von Freunden, oder Geschwisterkindern in den Einrichtungen irritiert die Kinder. Die Einschränkungen des offenen Arbeitens beeinträchtigen auch die pädagogische Qualität und Spielräume der Arbeit mit den Kindern.

3. Der Wunsch zur Rückkehr in den Regelbetrieb ist groß

Wenngleich einzelne Befragte noch skeptisch sind, ob eine schnelle Rückkehr zum Regelbetrieb sinnvoll ist, verweisen viele Eltern darauf, dass ein solcher Schritt unumgänglich ist, auch weil sie die Verhältnismäßigkeit der weiter gültigen Ausnahmeregelungen gegenüber dem Ausmaß des Pandemie-Geschehens in M-V nicht mehr gewahrt sehen. Hinzu kommt, dass auf schulischer Seite eine Rückkehr zum Regelbetrieb nach den Sommerferien bereits beschlossen ist.7 Auch das belastet die Vermittelbarkeit von Ausnahmeregelungen im Kita-Bereich. Als kommunale Elternvertretung fordern wir dazu auf, die Spielräume der bereits jetzt geltenden Regelungen so auszuschöpfen, dass die Betreuungsangebote belastbar und kontinuierlich aufrecht erhalten und nach Möglichkeit ausgebaut werden können. Insbesondere sehen wir eine sehr dringende Aufgabe darin, allen Bedarfen zur Betreuung während der Sommerferien soweit irgend möglich nachzukommen. Darüber hinaus sehen wir aufgrund der anhaltenden, vielfältigen Belastungen von Kindern, Sorgeberechtigten und Pädagog*innen keine andere Möglichkeit, als dass die Bedingungen zur Rückkehr in den Regelbetrieb auch für Kitas jetzt schnellstmöglich hergestellt werden und den Einrichtungen, Eltern und Kindern eine klare Perspektive dafür gegeben wird. Ausdrücklich schließen wir uns dem vielfach geäußerten Lob und Dank der Eltern dafür an, dass die Einrichtungen ganz regelmäßig einen sehr hohen Aufwand betreiben, um unter den herausfordernden Rahmenbedingungen eine kindgerechte und verlässliche Bildung und Betreuung zu gewährleisten.

Die Stellungnahme als pdf gibt es hier

Die detaillierten Umfrageergebnisse könnt ihr anfragen unter kitaelternrostock@posteo.de

Der Vorstand des Kita-Stadtelternrates Rostock

Jetzt mitmachen! Umfrage zur aktuellen Betreuungssituation

Liebe Eltern, jetzt seid Ihr gefragt. Wir wollen wissen, wie Ihr mit der aktuellen Lage während der Notbetreuung und der eingeschränkten Regelbetreuung ist.

Wir haben dazu eine Umfrage erstellt, in der eure Meinung zählt. Durch eure Mitarbeit können wir aussagekräftige Ergebnisse generieren und auf politischer Ebene für die Normalisierung der Kita-Betriebes einstehen. Je mehr Eltern sich beteiligen, umso stärker sind unsere Argumente! Teilen ausdrücklich erwünscht. Die Umfrage läuft bis Mittwoch, den 03.06.2020.

Über die Ergebnisse informieren wir Euch selbstverständlich über unsere Kanäle

Hier geht es zur Umfrage