Kita-Stadtelternrat-Rostock

Stellungnahme zur Maskenpflicht in Kita und Hort

Der Kita-Stadtelternrat Rostock bezieht Stellung zur Mund-Nasenbedeckung für Kita- und Hortkinder:

1.) Versteckte Maskenpflicht durch Hortbetreuung in Schulgebäuden Die Verordnung zum Besuch von Kindertageseinrichtungen zur Eindämmung der Atemwegserkrankung COVID-19/Übertragung von SARS-CoV-2 fordert das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) für Kinder im Hortbereich. Der KiTa-Stufen-Hygieneplan vom 22.02.2021 sieht eine Lockerung der Regelungen zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen für Rostock vor. In den Schulen gilt die Maskenpflicht auf Grundlage der Zweiten Verordnung zur Eindämmung der Atemwegserkrankung COVID19/Übertragung von SARS-CoV-2.(1) Da die Hortbetreuung bei einigen Einrichtungen im Schulgebäude stattfindet, setzen mehrere Träger die Maskenpflicht auch während der Hortbetreuung durch, trotz geringer Inzidenzwerte. Andere Träger gestatten das Ablegen der Masken in der Hortzeit auch im Schulgebäude. Eine einheitliche Vorgabe, wie Horte mit der Maskenpflicht verfahren sollen, wenn die Hortbetreuung im Schulgebäude stattfindet, existiert nicht. Wir sehen hier eine Regelungslücke, die es zu schließen gilt.

2.) Gefährdungsbeurteilung zum Tragen von MBD bei Kindern erstellen Die MNB dient dem Schutz anderer im Falle einer eigenen symptomlosen SARS-CoV-2-Infektion und ist daher als persönliche Schutzausrüstung anzusehen. Für das Tragen von MNB sieht der Arbeitsschutz klare Tragezeitbegrenzungen und Pausenzeiten vor (DGUV Regel 112-190, S. 147 ff.), da ein unsachgemäßes Tragen von MNB zu Gesundheitsbeeinträchtigungen oder gar -schäden führen kann. Zudem ist eine individuelle, medizinische Gefährdungsbeurteilung vor dem Tragen einer MNB vorgeschrieben (§§ 5, 6 ArbSchG und § 3 ArbStättV). Diese Arbeitsschutzregeln sind nur für Erwachsene gültig. Kinder besitzen nachweislich eine höhere Atemfrequenz als Erwachsene, wodurch die MNB deutlich mehr beansprucht wird und die Kinder häufiger gegen den erhöhten Atemwiderstand der MNB anatmen müssen (Koletzko, 2013). Die Evidenzlage zu den Kurz- und Langzeitfolgen beim Tragen von MNB durch Kinder ist ungenügend. Eine umfassende Gefährdungsbeurteilung ist somit nicht möglich, obgleich die Kinder einer besonders schützenswerten Bevölkerungsgruppe angehören. Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf.

1 https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/bm/Blickpunkte/Coronavirus/Coronavirus-%E2%80%93-Informationen-f%C3%BCr-schule/Allgemeinverf%C3%BCgung/

3.) Begleiterscheinungen beim Tragen von MBD durch Kinder beachten Konkrete, einheitliche Konzepte zum Umsetzen der Maskenpflicht für Kinder unter Einhaltung von Pausen- und Wechselzeiten der MNB sowie Rückzugsräumen für Kinder, die sich unter Maske unwohl fühlen, fehlen. Dabei zeigte eine erste Studie aus Deutschland ernstzunehmenden Nebenerscheinungen beim Tragen von MNB durch Kinder wie Konzentrationsschwäche (50%), Kopfschmerzen (53%) und Lernschwächen (38%) (Schwarz, Jenetzky & Krafft et al., 2021). Zudem wurden emotionale Erscheinungen wie Gereiztheit (60%), Unwohlsein (42%) und Benommenheit bzw. Müdigkeit (37%) berichtet (Schwarz, Jenetzky & Krafft et al., 2021). Auch Dermatiden können auftreten und als Nährboden für Bakterien dienen (Spitzer, 2020). Zudem behindert das Tragen von MNB die Kommunikation, da mimische Gesten beinahe vollständig verdeckt werden und die Sprechlautstärke gedämpft wird (Spitzer, 2020). Dies kann zu Missverständnissen und Konflikten führen sowie das Erlernen und Deuten von Mimik für unsere Kinder erschweren (ebenda). Auf Dauer kann eine reduzierte Sozialkompetenz unserer Kinder die Folge sein. Eine Verhältnismäßigkeit des Tragens einer MNB ist somit iterativ zu prüfen.

4.) Konzepte zum Einhalten von Tragepausen und Hygiene erarbeiten Das Tragen einer MNB ist ein elementarer Bestandteil des Pandemieschutzes. Daher fordern wir einheitliche, für die Kindertageseinrichtungen verbindliche Konzepte für das Tragen von MNB durch Kinder. Diese Konzepte sollten an den Arbeitsschutzvorgaben (DGUV Regel 112-190, S. 147 ff. & §§ 5, 6 ArbSchG und § 3 ArbStättV) für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes orientiert, jedoch an die vulnerable Gruppe der Kinder angepasst sein. Die DGUV sieht ein Ablegen der MNB in den Schulpausen sowie eine 15-30-minütige Tragepause nach maximal dreistündigem Tragen (trotz Kurzpausen) vor (DGUV, 2021). Die empfohlene Tragedauer liegt bei zwei Stunden (ebenda). Da im Hortbetrieb keine Pausenzeiten wie in der Schulzeit verankert sind und die Kinder oftmals länger als die maximale Tragedauer den Hort besuchen, bedarf es hier eindeutiger Regelungen. Auf Nachfrage liegen in mehreren Einrichtungen keine Konzepte vor. Auch das Wechseln der MNB am Ende der maximalen Tragedauer sollte kontrolliert und durchgesetzt werden, da die Masken im Tagesverlauf Feuchtigkeit aufnehmen und somit Nährboden für Bakterien und Viren sind. Prinzipiell wird das Tragen einer MNB von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (2021) im Grundschulalter nicht empfohlen.

5.) Das Kind in den Mittelpunkt stellen: „Do-No-Harm“ Neben der Umsetzung von verbindlichen, einheitlichen Konzepten zum Tragen einer MNB in KiTas, ist die Beachtung des „Do-No-Harm-Prinzips“, welches in den UN-Kinderrechten Art. 3, Abs. 1 begründet ist, bei der Maskenpflicht zwingend zu beachten. Dies beinhaltet auch, dass Kinder aktiv von den betreuenden Personen dazu aufgefordert werden, Beschwerden mit dem Tragen der Maske zu kommunizieren. Außerdem ist eine besondere Sensibilität hinsichtlich des Wohlbefindens der Kinder durch das Betreuungspersonals erforderlich, um im Bedarfsfall individuelle Lösungen zu finden. Andernfalls würde ich wie folgt formulieren: Jede Ausübung von Druck auf die Kinder ist zu vermeiden. Kommt es zu Trageverweigerung, steht die Klärung der Gründe und das kindgerechte Erarbeiten tragfähiger Lösungen zu Gebote. Zudem sei darauf hingewiesen, dass das Tragen von MNB nur erforderlich ist, wenn der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann (DGUV, 2021). Die Notwendigkeit für das Tragen von MBD ist somit iterativ und situationsabhängig zu prüfen und festzulegen.

6.) Unsere Forderungen Zusammenfassend fordern wir somit folgende Punkte:

1) Klärung der Maskenpflicht im Falle der Hortbetreuung im Schulgebäude 2) Wissenschaftlich begründete und individuelle Gefährdungsbeurteilung für das Tragen von MNB von Kindern auf psycho-sozialer und physiologischer Ebene 3) Klare, einheitliche Konzepte zum Tragen und Wechseln der Masken unter Tragezeitregelungen der DGUV jedoch mit Anpassung an die körperlichen Voraussetzungen unserer Kinder 4) Einbettung und Betonung des Do-No-Harm-Prinzips beim Tragen der MNB durch unsere Kinder 5) Iterative Prüfung der Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit einer Maskenpflicht für unsere Kinder Wir möchten an dieser Stelle betonen, dass wir das Tragen der Masken nicht grundsätzlich in Frage stellen, sondern lediglich an einer kind-zentrierten Umsetzung interessiert sind. Der Vorstand des Kita-Stadtelternrates Rostock

Literaturverzeichnis: Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (2021). FAQs: Maske, Kinder und Coronavirus. Abgerufen am 24.02.2021 unter https://www.dgkj.de/fachinformationen-der-kinder-und-jugendmedizin-zum-corona-virus/faqs-maske-kinder-und-coronavirus Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). SARS-CoV-2 Schutzstandard für Schulen / FAQs. Abgerufen am 20.02.2021 unter https://www.dguv.de/corona-bildung/schulen/faq/index.jsp Koletzko, B. (2013). Kinder- und Jugendmedizin (14. Auflage). Heidelberg: Springer Medizin Verlag Schwarz, S., Jenetzky, E., Krafft, H. & Martin, David (2021). Corona children studies: „Co-Ki“: First results of a Germany-wide registry on mouth and nose covering (mask) in children. DOI: https://doi.org.10.21203/rs.3.rs-124394/v2 Spitzer, M. (2020). Masked education? The benefits and burdens of wearing face masks in schools during the current Corona pandemic. DOI: 10.1016/j.tine.2020.100138

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Der Kita-Stadtelternrat Rostock

Stufenplan regelt Kitabetrieb

Ab Montag, den 22. Februar 2021, können Kinder wieder regulär in die Kita gehen. Allerdings nur nach Vorgabe des sog. Stufenplanes der Landesregierung, der sich nach den aktuellen Inzidenzien der Städte bzw. Landkreise richtet.

2021 02 Corona%20Stufenplan

Weitere Informationen dazu:

Kinderkrankentage für Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen müssen, können jetzt beantragt werden

Bereits angekündigt, ist es nun auch gesetzlich verankert: Die Kinderkrankentage werden verdoppelt, und zwar für die Zeiten, in denen Elternteile ihre Kinder zu Hause betreuen (von 10 auf 20 für Alleinerziehende, von 20 auf 40 für beide Eltern pro Jahr, rückwirkend zum 5. Januar 2021). Klar ist nun auch, wie diese Kinderkrankentage beansprucht werden können. Dazu genügt eine Meldung beim Arbeitgeber, dass man aufgrund der Betreuung der Kinder (und nicht wegen Erkrankung!) zu Hause bleiben wird. Anschließend muss ein Formular bei der Krankenkasse eingereicht werden. Wichtig: Informiert Euch vorher bei eurer Krankenkasse, wie sie das handhaben und welche Unterlagen sie ggf. noch benötigen. Einige wollen noch eine Bestätigung der Schule oder der Kita haben, dass diese ihr Kind auf Grund der aktuellen Enpfehlung der Landesregierung nicht in die Einrichtung bringen. Weitere Infos dazu gibt es hier

Nachtrag: Stellungnahme

Liebe Eltern, nach Rücksprache mit dem Sozialministerium gibt es folgende Stellungnahme von uns:

  1. Der Rechtsanspruch auf Betreuung ist auch ab dem 11.01.2021 bis auf Weiteres voll intakt. Ministerin Drese führt dazu aktuell aus: “Diese Schutzphase beinhaltet, dass unsere Kitas und Tagespflegestellen geöffnet sind und die bestehenden Gruppenstrukturen beibehalten werden. Wir bitten aber alle Eltern dieses Angebot nur in Anspruch zu nehmen, wenn es beruflich gar nicht anders geht und keine Möglichkeit besteht, ihre Kinder zu Hause zu betreuen”. (Pressemitteilung des SozMin M-V, 06.01.21)

  2. Das ab dem 11.01. notwendige Anmeldeformular gibt den Einrichtungen keinerlei Handhabe, Betreuung zu verweigern. Das Dokument hat ausschließlich die Funktion, die Eltern zum Nachdenken darüber zu motivieren, ob und wie umfangreich sie gegenwärtig Betreuung in Anspruch nehmen wollen. Die auf dem Dokument verlangten Gründe sollen ausdrücklich nicht ausgeführt werden und müssen gegenüber der Kita auch nicht vertreten werden. Wird die Anmeldung mit dem Dokument vorgenommen, ist Betreuung zu gewähren. Eine Abweisung von Kindern ist bei Einhaltung aller sonst geltenden Vorgaben (etwa bei Erkrankung eines Kindes, sowie die Gesundheitserklärung vom 15.12.2020, die beim ersten Besuch der Kita in 2021 vorzulegen ist) nicht zulässig.

  3. Als Kita-Stadtelternrat unterstützen wir ausdrücklich den Appell, die Betreuung der Kinder in den KiTas und bei Tagespflegeeltern auf das aller Notwendigste zu reduzieren und alle Möglichkeiten einer verantwortlichen Betreuung zu Hause auszuschöpfen.

  4. Zugleich betonen wir, dass alle Familien, die jetzt ihre Kinder freiwillig zu Hause betreuen, einen erheblichen zusätzlichen Beitrag zum Schutz der Einrichtungen und der Gesellschaft leisten, der für alle Familien mit zum Teil schweren Belastungen verbunden ist. Wir setzen uns auf unterschiedlichen Ebenen für die Unterstützung dieser Familien ein und stehen als Ansprechpersonen zu Verfügung.

  5. Insbesondere setzen wir uns dafür ein, dass Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen, spürbar von den Verpflegungskosten entlastet werden. Erste Träger haben dafür bereits vorbildliche Maßnahmen ergriffen.

  6. Wichtige Informationen zu den gegenwärtigen Regelungen gibt es über das Corona FAQ der Landesregierung: https://www.regierung-mv.de/service/Corona-FAQs/ Weitere Infos bietet das Sozialministerium M-V: https://www.regierung-mv.de/.../Kindertagesf%C3%B6rderung/

  7. Zusätzlich können Fragen, auch speziell zum Thema KiTa über die Corona Hotline des Landes gestellt werden: https://www.regierung-mv.de/corona/Hotline-Corona/

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Besuch der Schule und der Kita nur noch mit Selbsterklärung der Eltern möglich

Mit der neuen Landesverordnung, die am Sonntag, den 10. Januar, in Kraft tritt, werden Eltern noch einmal nachdrücklich gebeten, vom Präsenzunterricht in der Schule für die Klassen 1 bis 6 und der Betreuung an der Kita nur im Notfall Gebrauch zu machen. Der Besuch der Schule und des Kindergartens ist jetzt nur noch mit einer Gesundheitsbestätigung und einer Selbsterklärung möglich.

Selbsterklärung für den Besuch einer Kindertagesstätte ab dem 11. Januar 2021

Selbsterklärung für den Besuch der Grundshcule bzw. der Klassen 5 und 6 ab dem 11. Januar 2021

Solltet ihr Probleme mit der Gewährung von Betreuungszeiten in Eurer Kita haben, wendet Euch bitte an Euren Elternrat und gemeinsam an die Kita-Leitung. Wir fordern in der Zwischenzeit bei dem Sozialministerium und dem Landesbürgerbeauftragten eine Präzision zu den Gründen, um willkürlichen Entscheidungen vorzubeugen und sicherzustellen, dass die Eltern, die wirklich Betreuung benötigen, diese auch erhalten. Zudem erkundigen wir, ob es rechtlich überhaupt gestattet ist, Gründe zu erheben.