Kita-Stadtelternrat-Rostock

NNN berichten irreführend

Die Norddeutschen Neuesten Nachrichten (NNN) haben in ihrer Samstagausgabe vom 11. Januar 2020 unsere Stellungnahme zum Anlass genommen, noch einmal über die Ermittlungen, die zur Schließung der Kita „Wiesenzwerge“ und „Gutshaus“ geführt haben, zu berichten.

Die Kernaussage des Artikels dreht sich um eine angeblich von uns getroffene Aussage in der Stellungnahme, wonach wir den zuständigen Behörden vorwerfen, zu spät gehandelt zu haben.

Wir möchten klarstellen, dass wir dies mit keinem Wort erwähnt haben. Wir erwarten und gehen davon aus, dass nun geprüft wird, ob tatsächlich zu spät gehandelt wurde. Nachzulesen ist dies in der vollständigen Stellungnahme in dem Beitrag vom 10. Januar auf dieser Seite. Unter der Überschrift „Prävention ist eine Daueraufgabe“ betonen wir unter Bezugnahme auf Artikel 19 der UN-Kinderrechtskonvention, wie wichtig das gewaltfreie Aufwachsen von Kindern ist. Damit das geschehen kann, müssen u.a. personelle Voraussetzungen gegeben sein. Der Kita-Stadtelternrat hat sich auch in der Vergangenheit schon für dieses Thema stark gemacht – einen Bezug zu den aktuellen Fällen haben wir mit deutlichem Hinweis auf die noch laufenden Ermittlungen nicht hergestellt. In Bezug auf die aktuellen Fälle haben wir mit Nachdruck umfassende und nachhaltige Aufklärung sowie das Ziehen aller notwendigen Konsequenzen gefordert, was wir nochmals bekräftigen.

Der KSER Rostock nimmt Stellung zur Schließung zweier Kitas

1) Aus aktuellem Anlass

Am 9. Januar 2020 wurde öffentlich bekannt, dass Rostocker Behörden zwei Kitas geschlossen haben und Ermittlungen vorantreiben, weil offenbar erhebliche Zweifel an der Gewährleistung des Kinderschutzes vorliegen, wie es dazu in der Presseberichterstattung heißt (u.a. NNN vom 09.01.2020, S. 1). Die bisher öffentlich bekannten Fakten sind noch lückenhaft und der Kita-Stadtelternrat möchte auch im Blick auf die noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen und den Grundsatz der Unschuldsvermutung noch keine abschließenden Bewertungen im Einzelfall vornehmen. Dennoch steht zumindest in einem Fall auch der Verdacht im Raum, dass Kinder konkreter Gewalt und übergriffigem Verhalten seitens des pädagogischen Personals ausgesetzt waren und wir möchten die gegenwärtige Lage zum Anlass nehmen, um auf einige grundlegende Erwartungen und Anforderungen hinzuweisen.

2) Kindeswohl und Opferschutz gehen immer vor

Für den Kita-Stadtelternrat ist völlig selbstverständlich, dass die Wahrung und Garantie des Kindeswohls die oberste Handlungsmaxime aller verantwortlichen Stellen sein muss und in besonderen Fällen auch die Schließung von Einrichtungen rechtfertigt. Wir erwarten allerdings auch, dass eine solche Maßnahme nach höchsten Standards der Krisenintervention erfolgt und dass die davon betroffenen Kinder zusammen mit ihren Eltern angemessen und ihren Bedürfnissen entsprechend begleitet werden. Wir erwarten, dass besondere Aufmerksamkeit darauf gerichtet wird, dass mögliche Betroffene von Gewalt schnell und nachhaltig alle Hilfe erhalten, die sie benötigen und dass spezialisierte Fachstellen konsultiert werden, u.a. auch im Blick auf die Wahrung von Rechten minderjähriger Gewaltopfer in Ermittlungsverfahren. Außerdem erwarten wir, dass die Betreuungssituation der von den Schließungen betroffenen Kinder über die akute Phase hinaus gesichert wird und angemessener Ersatz gefunden wird, der insbesondere an den Bedürfnissen der Kinder orientiert ist. Der Stadtelternrat wird mit seinen Möglichkeiten außerdem der Frage nachgehen, ob die in diesem Zusammenhang erforderlichen Maßnahmen rechtzeitig und ausreichend getroffen wurden und weiter werden.

3) Ermittlung und Aufarbeitung müssen umfassend und transparent erfolgen

Der Stadtelternrat begrüßt, dass offensichtlich auch Ermittlungsbehörden in die Aufklärung der im Raum stehenden Vorwürfe einbezogen sind. Wir erwarten, dass die Ermittlungen gründlich und umfassend erfolgen und dass über die Ergebnisse größtmögliche Transparenz hergestellt wird. Wir halten es dabei für selbstverständlich, dass nicht nur etwaige Missstände in den Einrichtungen, sondern im Bedarfsfall auch alle Verantwortlichkeiten im Umfeld der Einrichtungen z.B. bei Behörden oder anderen Stellen angemessen beleuchtet und aufgearbeitet werden. Insbesondere erwarten wir Klarheit darüber, ob die zuständigen Stellen die ggf. erforderlichen Maßnahmen zur Aufklärung von Verdachtsmomenten und zum Schutz der Kinder zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit allen zu Gebote stehenden Mitteln ergriffen haben. Wir erwarten außerdem, dass aus den gewonnenen Erkenntnissen alle notwendigen Konsequenzen gezogen werden und dass die zuständigen Stellen dies transparent und nachhaltig verfolgen.

4) Prävention ist eine Daueraufgabe

Im Übrigen sehen wir eine andauernde und langfristige Aufgabe darin, dass Kinder gewaltfrei aufwachsen können und dass die dafür notwendigen Bedingungen im Alltag der Kinder auch gegeben sind. Nach Artikel 19 der UN-Kinderrechtskonvention ist dies das verbriefte Recht der Kinder, das in Deutschland zudem den Rang eines Bundesgesetzes hat und anzuwenden ist. Zu diesen Bedingungen gehören Erwachsene, die Kinder achten und ihre persönliche Integrität respektieren. Es gehören aber auch strukturelle Voraussetzungen dazu, wie eine ausreichende materielle Versorgung, gesellschaftliche Teilhabe oder genügend und gut qualifiziertes Personal in Bildungseinrichtungen sowie vieles mehr. Wir haben in der Vergangenheit etwa immer wieder darauf hingewiesen, welche negativen Folgen das Fehlen oder der dauernde Wechsel von Kita-Personal für die Entwicklung der Kinder und die Gewährleistung ihrer Rechte auf Schutz und Förderung hat und tun dies auch in diesem Zusammenhang erneut. Zudem braucht es nach wie vor unser aller Engagement dafür, dass der Schutz vor Gewalt und Grenzverletzungen die höchste Priorität hat. Kinder sollen in einer Kultur der Stärkung und des Selbstbewusstseins aufwachsen, in der sie sich für ihre Bedürfnisse stark machen dürfen sowie Grenzüberschreitungen artikulieren und ohne Scheu zurückweisen können und zugleich auf kürzestem Wege vertrauensvolle Hilfe und Unterstützung erfahren.

Der Vorstand des Kita-Stadtelternrates Rostock

Die Stellungnahme als PDF

Einladung zur 1. Mitgliederversammlung im neuen Jahr

Der Stadtelternrat für Kitas, Horte und Kindertagespflege in Rostock lädt alle Interessierte, besonders die gewählten Elternvertretungen zu seiner ersten öffentlichen Sitzung 2020 ein.

Wann? Dienstag, 07.01.2020, ab 18 Uhr

Wo? Europäische Fachhochschule Campus Rostock, Werftstr. 5, Raum 2.08

Worum geht’s? Die Sitzung steht unter dem Motto "Neues KiFöG - Neue Kita?". Das neue Landesgesetz für Kitas, Horte und Tagespflege (KiFöG M-V) ist für viele Einrichtungen Anlass, ab 2020 Änderungen einzuführen, z.B. bei der Regelung der Öffnungszeiten, der Abrechnung der Verpflegungskosten oder ähnliches. Wir stellen in der nächsten Sitzung des Kita-Stadtelternrates die wichtigsten Änderungen durch das neue KiFöG M-V vor, zeigen auch, welche Neuerungen in Kitas nichts mit dem neuen Gesetz zu tun haben und besprechen, welche Möglichkeiten Eltern haben, um mit ihren Einrichtungen über Veränderungen ins Gespräch zu kommen.Wir wollen bereits jetzt wissen, was Euch/Sie umtreibt. Wir empfehlen dafür die aktuelle Umfrage des KSER. Die Umfrage ist erreichbar über die Anleitung im Anhang oder über den QR Code auf dem Flyer

Hier gelangt ihr zur Umfrage ohne QR-Code: Anleitung%20Umfrage

Der neue Vorstand stellt sich vor

Der neue Vorstand des Kita-Stadtelternrates Rostock hat seine Arbeit aufgenommen. Mit kleinen personellen Änderungen besteht der neue (alte) Vorstand für die kommenden zwei Jahre aus Bastian Schwennigcke (Vorsitzender), Larx Hexel (stell. Vorsitzender), Stefanie Köhler, Dr. Wanda Holzhüter und Diana Eggert. Unterstützt wird er von der bewährten AG „Vorstand“, das sind Daniel Franz, Carola Bardubitzki, Sven Prüfert und Katarina Sass. Der KSER Rostock wird mehr und mehr wahrgenommen. Zu spüren ist das an den An- und Nachfragen von Eltern und Elternräten, die über verschiedene Kanäle den KSER erreichen. Besonders hinsichtlich der Kifög-Novelle rechnet der Vorstand mit hohem Informations- und Klärungsbedarf. Der Vorstand möchte die Rolle des Kita-Stadtelternrates als eine Schnittstelle zwischen Eltern, Einrichtungen, Politik und Verwaltung weiter stärken und auch weiterhin zuverlässige Ansprechstelle sein. Und der Vorstand wird auch in Zukunft dafür sorgen, dass der Kita-Stadtelternrat keinem schwierigen Thema aus dem Weg geht.

Der Vorstand stellt sich an dieser Stelle vor:

Bastian Schwennigcke: Ich bin dabei, weil… starke und gut informierte Elternvertretungen eine unverzichtbare Basis sind, damit Eltern das Leben in Krippen, Kindergärten, Horten und bei den Tageseltern konstruktiv und produktiv mitgestalten können.

Lars Hexel: Ich bin dabei, weil… ich den Kinder und deren Eltern eine Stimme geben und mich für sie einsetzen möchte.

Dr. Wanda Holzhüter: Ich bin dabei, weil… Eltern ein starkes Netzwerk und Forum brauchen, in dem gemeinsam mit Trägern, Kita-Mitarbeitern und Politik Lösungen für eine gute Kinderbetreuung gefunden werden können.

Stefanie Köhler: Ich bin dabei, weil… ich es wichtig finde, dass Eltern einen Ansprechpartner auf Augenhöhe haben, der sie bei Fragen oder Problemen unterstützt und eine Brücke zwischen Politik und Kita-Alltag baut. Ich denke, gemeinsam können wir etwas für unsere Kinder bewegen."

Diana Eggert: Ich bin dabei, weil ich es wichtig finde, auch auf Stadt-/Kreisebene mit anderen Eltern in den Erfahrungsaustausch zu kommen. Positive sowie auch negative Erfahrungen zu besprechen, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten und gegebenenfalls Hilfestellung oder Unterstützung zu leisten.

Den Preis für die kostenfreie Kita zahlen die Kinder!

Mit einer öffentlichten Stellungnahme hat der Kita-Stadtelternrat Rostock erneut seine Position bekräftigt, dass eine beitragsfreie Kita zu Lasten der Kommunen geht. Schon im Gesetzgebungsverfahren zur Novellierung des Kindertagesförderungsgesetzes (KiföG M-V) haben der Kita-Stadtelternrat Rostock und der Kreiselternrat Mecklenburgische Seenplatte genau davor gewarnt. Investitionen zur Entlastung einkommensbenachteiligter Familien sowie in Personal und Qualität müssen Vorrang haben. Erst danach kann es eine Entlastung für alle Familien geben.

Die Stellungnahme im Wortlaut lest ihr hier.

Wer dazu Fragen oder Anregungen hat, kann sie auch auf der kommenden öffentlichen Sitzung am 5. November loswerden! Ab 18 Uhr in der Europäischen Fachhochschule, Raum 2.08.

Darüberhinaus nehmen wir gerne Post entgegen, siehe Kontakt.