Kita-Stadtelternrat-Rostock

Petition: Bessere KiTa-Betreuung in MV - Eine Person für 15 Dreijährige ist zu wenig

Sehr geehrte Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Frau Drese,

bitte verbessern Sie den Betreuungschlüssel in MV auf ein realistisches Niveau - Für Kinder von 3 bis 6 Jahren auf 1:8 und Kinder bis 3 Jahre auf 1:4.

Der Betreuungsschlüssel für Kita-Kinder ist in keinem Bundesland so schlecht wie in MV. Zwischen 3 und 6 Jahren betreut eine einzige Person 15 Kinder. Wie soll das gehen? Ein Beispiel: Die Kinder pullern draußen beim Spielen manchmal noch in Ihre Hosen, wer kann sich dann darum kümmern? Eine Person für 15 Kinder das ist einfach unrealistisch. Das man es schafft, heißt nicht, dass es funktioniert. Kindererziehung ist nicht nur Bewältigung, sondern auch Gestaltung. Die Verbesserung des Schlüssels hebt die Qualität der Betreuung, steigert die Gesundheit und Sicherheit der Kinder und sorgt für weniger Stress und Ausfälle für Fachpersonal und Eltern.

Übrigens: Alle anderen Bundesländer haben bessere Schlüssel, sogar Berlin mit 1:9 (NRW 1:10, Sachsen 1:12). Der bundesweite Durchschnitt liegt pro Vollzeitstelle bei 4,3 ganztags betreuten Krippen- oder 9,3 Kindergartenkindern. Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt Schlüssel von 1:3 unter drei Jahren und 1:7,5 darüber. Von all diesen Zahlen jedoch ist MV meilenweit entfernt.

Auszug aus "Aktuelle statistische Daten zur Kindertagesbetreuung": "Zwischen den Bundesländern geht die Schere beim Personalschlüssel im Kindergartenbereich auseinander. Im Jahr 2015 sind die Unterschiede etwas größer als 2012: Aktueller Spitzenreiter ist Baden-Württemberg (1 zu 7,3), wohingegen in Mecklenburg-Vorpommern fast doppelt so viele Kindergartenkinder pro Erzieherin betreut werden (1 zu 14,1). 2012 lag der größte Qualitätsunterschied zwischen Bremen (1 zu 8,1) und Mecklenburg-Vorpommern (1 zu 14,7)." Quelle: (link).

Wir wissen, dass unsere Forderungen Geld kosten werden. Aber die Argumente dafür liegen auf unserer Seite. Das Land rettet Werften, die wieder pleite gehen, fördert Ferienresidenzen, die nach fünf Jahren insolvent sind. Das Land sollte unser Geld endlich in seine Kinder stecken. Da ist es wenigstens gut angelegt.

Für UnterstützInnen, die mehr wissen wollen: Aktuelle repräsentative Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Kita-Qualität mit guten Grafiken: (link).

Die Petition kann mit einer Unterschrift unterstützt werden! und zwar hier: (link).

Mittagsschlaf im Kindergarten: Sinnvoll oder prekär?

Von Katarina Sass

Das Problem kennen viele Eltern von Kindern, vor allem zwischen dem 4. und dem 6. Lebensjahr: Der Mittagsschlaf im Kindergarten. Galt der Schlaf über die Mittagsstunden noch vor 30 Jahren als unerlässlich und wurde ohne Ausnahme in den Einrichtungen konsequent umgesetzt, ist dieser Teil des Tagesrhythmus heute in den Einrichtungen je nach Träger etwas aufgeweicht worden. Dennoch ist er fester Bestandteil.

Viele Eltern beklagen allerdings, dass ihr Kind im Kindergarten mittags nicht mehr schlafen wolle, sich gelangweilt auf der Liege drehe und dafür abends nur schlecht einschlafe. Manche Eltern berichten, dass die Kinder nicht mehr in die Einrichtung gehen wollen, weil sie gezwungen wären, liegen zu bleiben. In vielen Einrichtungen ist eine Trennung zwischen den schlafbedürftigen Kindern und jenen, die fit sind aus personellen Gründen nicht möglich – also müssen sich alle hinlegen. Und die Erzieher nutzen die Schlafenszeit für ihre eigene Pause bzw. für organisatorische Dinge.

Doch die Frage bleibt: Ab wann benötigen Kinder im Kindergarten keinen Mittagsschlaf mehr? Kurz gesagt: Das Bedürfnis des Kindes nach Mittagsschlaf muss individuell bestimmt und kann nicht pauschal festgelegt werden, vor allem je älter sie werden. Das ist das Ergebnis einer Empfehlung der Arbeitsgruppe Pädiatrie der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Schlafdauer und damit auch das Schlafbedürfnis am Tag mit den Jahren deutlich abnimmt. Ein Kind benötigt dann Mittagsschlaf, wenn seine individuelle Gesamtschlafdauer (gemessen an 24 Stunden) nicht erreicht wird. Nur dann hat der Mittagsschlaf auch Vorteile: Es wirkt sich auf das Gedächtnis aus, Gelerntes wird abgespeichert, während das Gehirn sich regeneriert und das Gespeicherte kann später schneller wieder abgerufen werden. Allerdings bedeutet es gleichzeitig, dass diese Kinder mit höherer Wahrscheinlichkeit später am Abend einschlafen und auch länger dafür benötigen.

Wird ein Kind allerdings entgegen seines Bedürfnisses nachdrücklich angehalten, Mittagsschlaf zu machen, kann sich dies tatsächlich negativ auswirken. Eine Studie, die allerdings in japanischen Kindergärten erstellt wurde, hat bewiesen, dass diese Kinder über Einschlafprobleme klagten, dass sie das Gefühl haben nachts nicht ausreichend Schlaf zu bekommen, entsprechend Probleme beim morgendlichen Aufstehen hatten und nicht in die Kita wollten. Kinder, deren Schlafdauer permanent ignoriert wird, können eine Schlafstörung entwickeln.

Selbst wenn Eltern ihr Kind gut kennen und einschätzen können, ob es ausreichend schläft oder ob sich der Mittagsschlaf nachteilig auswirkt – Einfluss haben sie im Kindergarten nur bedingt. Hier sind clevere Konzepte gefragt, wie sie in vielen Einrichtungen zum Teil schon praktiziert werden, beispielsweise durch räumliche Trennung und ggf. der Aufstockung des Personals. Oft genug scheitert es aber genau daran.

Die DGSM empfiehlt in jedem Fall, den Kindern eine Ruhephase zu ermöglichen. Schlaf kann nicht erzwungen werden. Kinder, die schlafen möchten, sollten die Gelegenheit dazu haben. Bei Einschlafproblemen am Abend kann die Mittagsschlafdauer verkürzt werden.

Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe gibt es hier (link)

Nächste Mitgliederversammlung am 6.11.2018

Vor einem Jahr hat sich der Kita-Stadt-Elternrat Rostock erfolgreich gegründet. Zu unserem ersten Jubiläum möchten wir einen kurzen Rückblick wagen. Was haben wir alles erreichen können? Aber vor allem möchten wir uns anschauen, mit welchen Themen wir uns in den kommenden Monaten auseinandersetzen möchten. Denn Spannendes steht uns bevor: zum Beispiel die Kommunalwahlen in MV.

Kommt also vorbei zu unsere nächsten Mitgliederversammlung am 6.11.2018. Unseren Flyer zum Verbreiten findet ihr hier: link".

Treffpunkt ist wie immer 18:00 Uhr in der Europäische Fachhochschule.

Pressemitteilung: Für wessen Kinder sollen die Kitas in M-V gestaltet werden?

Mit einer gemeinsamen Stellungnahme (link) melden sich die kommunalen Kita-Elternräte der Universitäts- und Hansestadt Rostock sowie der Mecklenburgischen Seenplatte auch ungefragt zur Anhörung über die erneute Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes M-V im Landtag.

Die Kita-Elternräte stellen dabei fest, dass die Mehrzahl der durch Elternräte bereits in den letzten Jahren aufgeworfenen Fragen wieder nur unzureichend Eingang in das aktuelle Gesetzgebungsverfahren gefunden hat. Es fehlen Fortschritte bei der Qualitätssicherung im Allgemeinen, das Erzieher-Kind-Verhältnis, die Sicherung des Rechtsanspruchs auf eine qualifizierte Entwicklungsförderung in einer Kita oder auch die Fachkräftesicherheit und die angemessene Entlohnung der Fachkräfte in den Kitas.

Ergänzend zu der Stellungnahme ist ebenfalls heute eine gemeinsame Pressemitteilung des KSER und des Kita-ERMSE herausgegeben worden. Zur vollständigen Pressemitteilung geht es hier: (link)

Die öffentliche Anhörung zum 6. Gesetz zur Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes findet in der Sitzung des Landtages am 17. Oktober 2018 statt. (link)

Treffen mit Herrn Bockhahn

Am 2. Oktober haben einige Vorstandsmitglieder und Vertreter des SER sich mit Herrn Bockhahn, unserem Sozialsenator getroffen. Viele Themen konnten dabei konstruktiv angesprochen werden. Zum Thema Personalschlüssel haben wir Herrn Bockhahn unsere Stellungnahme (link) überreicht und zentrale Punkte daraus andiskutieren können. Ein wichtiger Punkt dabei bleibt die Frage, wie der Personalschlüssel konkret berechnet wird und worauf sich die Kennzahlen zur Rechnung stützen.